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EVPatchworker - Freeware für “paranormale” Experimente
EVPatchworker ist eine Software zur Synthetisierung von EVP (Electronic Voice
Phenomena), die im deutschen Sprachraum besser unter dem Begriff Tonbandstimmen (TBS) bekannt sind. Dabei handelt es sich um Stimmen unbekannter Herkunft, die spontan auf elektronischen
Aufzeichnungsmedien auftreten. EVP/TBS wurden Ende der 1950er Jahre von dem Tonbandamateur Friedrich Jürgenson entdeckt. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich das Phänomen zu einer neuen Variante des
Spiritismus, da die meisten Experimentatoren restlos davon überzeugt waren, daß die Stimmen „jenseitigen“ Ursprungs seien. Vereinfacht gesagt sollen die Stimmen durch „Geister“ verursacht werden, die
sich durch paraphysikalische Einwirkung auf den Tonträgern manifestieren.
Spätestens seit dem Aufkommen der Digitaltechnik ist dieser Standpunkt nicht mehr
haltbar, da sich durch einfache Versuche beweisen läßt, daß die Stimmen nachweislich auch entstehen, ohne daß es einer solchen Manipulation bedarf: Sie lassen sich durch bestimmte, einfache Maßnahmen von
jedem Experimentator synthetisieren, der einen handelsüblichen Multimedia-PC bedienen kann. Im Klartext: Es bedarf keiner Intervention seitens unsichtbarer Mächte, um EVP zu produzieren, die sich in nichts von denen unterscheiden, die seit vier Jahrzehnten auf traditionellem Weg „eingespielt“ werden.
Keine Geister, aber doch „paranormal“?
Daß ich hier bislang den ungewohnten Begriff „Paraphysik“ verwendet habe, hat
durchaus seine Gründe. EVP sind eben kein Gegenstand der physikalischen Forschung, sondern ein Phänomen, das erst durch unsere Wahrnehmung manifest wird, und somit rein psychischer Natur ist. EVP kommen
durch die Art zustande, wie unsere Sinne funktionieren: Eine technisch nicht unbedingt perfekte „Hardware“ (das Ohr) wird durch eine geniale „Software“ (die Summe unserer psychischen Aktivitäten) zu ganz
erstaunlichen Leistungen beflügelt. Die beim Menschen so ausgeprägte Fähigkeit zur Mustererkennung spielt bei EVP eine sehr bedeutende Rolle, vielleicht sogar die tragende. Sie ermöglicht uns, beim
Anhören eines völlig informationslosen Geräusches Muster zu imaginieren, die wir dann als Stimmen wahrnehmen. Das wirklich Faszinierende daran ist, daß diese Stimmen uns Informationen übermitteln, obwohl
sie ja letztlich nur Bestandteil eines Geräusches sind, dessen Informationsgehalt nahezu null ist. Diese Informationen kommen möglicherweise auf ähnlich unorthodoxem Wege zustande wie bei anderen
„paranormalen“ Verfahren, etwa Remote Viewing, oder Ganzfeld-Versuche.
Synthese von EVP
EVPatchworker erlaubt es jedem Besitzer eines PCs mit Soundkarte, selbst beliebig
viele EVP zu synthetisieren. Diese Synthese darf man sich allerdings nicht wie die Funktionen eines Musik-Synthesizers vorstellen (obwohl es durchaus Gemeinsamkeiten gibt), der es gestattet, quasi
beliebige Töne gezielt zu erzeugen. Vielmehr handelt es sich um eine Zufallssynthese, die so gestaltet wurde, daß sie bevorzugt jene Signale produziert, in denen wir EVP erkennen – „Geräusche“, wenn man
so will.
Grundlage dieser Geräusche ist eine beliebige Tonaufzeichnung einer (oder mehrerer)
menschlichen Stimme – diese Aufnahme bezeichne ich als Rohmaterial. Dieses Rohmaterial wird von EVPatchworker in kleine Segmente zerhackt, sogenannte Pseudo-Phoneme, die dann automatisch
nach einem Zufallsverfahren zu einem neuen Geräusch zusammengesetzt werden. Die ursprünglichen Worte des Sprechers sind also nicht mehr zu erkenne, zu unsinnigem Gebrabbel geworden. Aber dazwischen
tauchen plötzlich neue Stimmen auf, die ganz anders klingen als die ursprüngliche Sprecherstimme. Frauen, Männer, Flüsterstimmen, Roboter ...
Wie bereits erwähnt, ist das Entstehen dieser Stimmen durchaus erklärbar, wenn auch
unvollständig. Interessant und manchmal ein wenigt unheimlich ist jedoch, was die EVP sagen. Man wird erstaunlich viele verständliche Botschaften vorfinden, darunter auch solche, die einem
ziemlich zu denken geben, weil man sie auf normalem Wege niemals in Erfahrung gebracht hätte ...
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