Der Gedanken-Empfänger

Ist es möglich, die eigenen Gedanken hörbar zu machen?

Da ich von Natur aus ein "Spielkind" bin, wollte ich wissen, ob es möglich ist, die eigenen Gedanken auf einer Tonband-Cassette aufzuzeichnen. Die Idee zu diesem Experiment hatte ich von hier. Dort war ein "Stimmenempfänger Kohlestaubmethode" beschrieben, mit dem es angeblich möglich sein sollte, Stimmen von Geistern zu empfangen. Nun, dachte ich mir, da ja wohl nicht nur Tote einen Geist besitzen, sondern Lebende möglicherweise auch, müßte es ja möglich sein, mit diesem "Stimmen-Empfänger" auch die eigenen Gedanken aufzunehmen...

...gesagt, getan: Ich öffnete also eine Mignonzelle, entnahm daraus den Kohlestab und zerfeilte etwas davon zu feinem Staub:



 

(Achtung, liebe Kinder zu Hause an den Bildschirmen: Macht das blouß nicht nach! Und Achtung Erwachsene: Nur einfache (billige) Zink-Kohle-Zellen dafür verwenden, da andere Typen evtl. keinen Kohlestab enthalten und zweitens möglicherweise ätzende Flüssigkeiten enthalten/verspritzen könnten!)

Den erhaltenen Kohlestaub füllte ich der Beschreibung folgend in einen ausgehöhlten Flaschenkorken, in den ich eine Stecknadel als 1. Kontakt stach. Als 2. Kontakt diente eine weitere Stecknadel im "Deckel". Beide Nadeln müssen mit dem Kohlestaub in Berührung sein. Die Kohlestaubzelle habe ich dann mit Hilfe von 4 weiteren Stecknadeln mit dem Deckel verschlossen und an beide Kontakte dünne Kabel angelötet (man kann dazu natürlich auch fertige Kabel mit Krokodilklemmen verwenden):



 

Das Ganze habe ich dann entsprechend folgender Schaltung miteinander verbunden:



 

Und sooo sieddas aus:



 

Die Kohlestaubzelle wird einfach anstelle eines Mikrofons an den Recorder angeschlossen. Wenn man nun damit eine Aufnahme macht, ist dort nachher ein starkes Rauschen und Prasseln zu hören - fast wie zu Zeiten des guten, alten, grauen Posttelefons mit seinem krachenden Kohlemikrofon. Die Zelle reagiert auch auf Erschütterungen mit Krachen.

Und nun der Praxistest: Nach Starten der Aufnahme "schrie" ich die Kohlestaubzelle mehrmals in Gedanken mit dem Wort "Hallo" an. Natürlich nicht laut, sondern eben nur in Gedanken, aber mit aller Energie. Ich wählte dieses Wort, weil es einfacher ist, die gedankliche Energie in ein so kurzes und prägnantes Wort hineinzufokussieren.

Anschließend überspielte ich die Aufnahme in den Computer und wertete sie aus. Dabei fiel mir an einer Stelle eine "Unregelmäßigkeit" in dem Rauschen auf - eine aus zwei Silben bestehende "Fluktuation" in dem Rauschen, genau in der Mitte des folgenden Audioclips:

Play Original-Ausschnitt

Könnte das tatsächlich mein gedachtes "Hallo" sein...? Um es etwas mehr aus dem Rauschen herauszuheben, wendete ich die Rauschreduzierungsfunktion von Cool Edit an. Und tatsächlich könnte man jetzt meinen, daß es sich bei der besagten Stelle um das abgehackt gesprochene Wort "HAL-LO" handelt - eben so, als ob sich jemand mit aller Kraft bemüht, dieses Wort möglichst deutlich rüberzubringen:

Play Gefilterte Version

Tjo, da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich...


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